Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer für mich.
1969 erblickte ich das Licht der Welt – ausgerechnet am Tag der ersten Mondlandung. Vielleicht war es kosmische Fügung, jedenfalls begleitet mich die Faszination für das Weltall, solange ich denken kann.
Zur Science-Fiction kam ich allerdings eher durch Zufall.
Mit zwölf Jahren musste ich wegen einer Knieverletzung längere Zeit im Krankenhaus verbringen. Mein Bettnachbar Michael – zumindest glaube ich, dass er so hieß – hatte ein Buch auf seinem Nachttisch liegen und bot mir an, es zu lesen. Vermutlich tat er das hauptsächlich, damit ich ihm nicht länger auf die Nerven ging.
Es war Isaac Asimovs Foundation-Trilogie.
Damit war es um mich geschehen.
Von diesem Tag an verschlang ich praktisch alles, was ich an Science-Fiction in die Finger bekam. W. D. Rohr, K. H. Scheer, Utopia Classic und viele andere. Nur Perry Rhodan ging irgendwie an mir vorbei.
Schon bald wollte ich eigene Geschichten erzählen. Also brachte ich meine Ideen zu Papier – damals noch ganz wörtlich. Computer waren nicht gerade alltäglich, deshalb bekam ich eine mechanische Schreibmaschine und hämmerte darauf los.
Mit fünfzehn war mein erstes Buch fertig: zweihundert DIN-A4-Seiten auf einer mechanischen Schreibmaschine. Ich war mächtig stolz darauf. Die Seiten müssten heute noch irgendwo auf einem Dachboden liegen. Vielleicht sollte ich sie besser dort lassen.
Mit etwa sechzehn verlagerte sich mein Interesse zunehmend auf Astronomie und Sachbücher. Ich wollte wissen, wie Sterne entstehen und sterben, was Weiße Zwerge sind und was sich hinter Schwarzen Löchern verbirgt. Auch dabei begegnete mir wieder Isaac Asimov. Kaum jemand verstand es so gut wie er, wissenschaftliche Zusammenhänge verständlich und unterhaltsam zu erklären.
Seine Bücher lieferten mir schließlich sogar die Grundlage für ein Referat über die Sonne in der zehnten Klasse. Es war ein ziemlich gutes Gefühl, auf Fragen Antworten zu kennen, bei denen selbst der Lehrer erst einmal mit den Schultern zuckte.
Danach vergingen viele Jahre, in denen ich vor allem eines tat: lesen. Hunderte Bücher später war der Wunsch, selbst einen Roman zu schreiben, allerdings immer noch da.
Ende 2015 setzte ich mich schließlich hin und begann mit den John James Johnson Chroniken.
Ursprünglich sollte daraus eine kurze Heftserie werden. Maximal 115 Seiten pro Band – das war jedenfalls der Plan. Wer die Reihe kennt, weiß, wie lange dieser Vorsatz gehalten hat. Bereits der zweite Band war deutlich länger, und spätestens beim sechsten hatte sich die Sache mit der Heftserie endgültig erledigt.
Einen erheblichen Anteil daran, dass aus der Idee tatsächlich Bücher wurden, hat meine Frau. Sie war von Anfang an meine erste Leserin, Unterstützerin und zugleich meine härteste Kritikerin. Ohne sie wären die Geschichten wahrscheinlich nie veröffentlicht worden.
Seitdem sind mehrere Romane und Reihen entstanden. Mit den John James Johnson Chroniken wuchs ein eigenes Science-Fiction-Universum, das später mit den Trooper Chroniken erweitert wurde. Gemeinsam mit anderen Autoren entstand außerdem das Projekt The Dark Invasion, bei dem eine außerirdische Invasion aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird.
Und die Geschichten sind noch lange nicht zu Ende.
Derzeit kehre ich erneut in das Universum zurück. Neben der Überarbeitung älterer Romane entstehen neue Geschichten und Figuren – manche davon begleiten mich tatsächlich schon seit vielen Jahren.
Science-Fiction fasziniert mich heute aus demselben Grund wie damals im Krankenhaus: Sie erlaubt uns, Welten zu erschaffen, die es nicht gibt, und darin trotzdem Geschichten über Menschen zu erzählen.
Und irgendwo auf einem Dachboden liegen noch immer diese zweihundert mit fünfzehn Jahren getippten Seiten.
Vielleicht sollte ich doch irgendwann nachsehen.